Die Notwendigkeit der „Energie“

In der Wikipedia steht die Commonsense-Darstellung: „Energie ist nötig, um einen Körper zu beschleunigen oder um ihn entgegen einer Kraft zu bewegen, um eine Substanz zu erwärmen, um ein Gas zusammenzudrücken, um elektrischen Strom fließen zu lassen oder um elektromagnetische Wellen abzustrahlen“.

Sprachkritisch ist Energie aber in keiner Weise „nötig“, sondern Ausdruck einer bestimmten Auffassung. Einen Körper, etwa einen Ball, kann ich beschleunigen, indem ich ihn werfe, meine Wohnung kann ich erwärmen, indem ich heize, also etwa mit Holz im Chemine ein Feuer mache. Ein Strom, etwa der Rhein, fliesst und hält ein Wasserrad in Bewegung, auch wenn ich und der Strom keine Ahnung von Energie haben. „Energie“ ist genau dann nötig, wenn ich bestimmte Phänomene durch Energie beschreiben oder gar erklären will.

Sprachkritisch beobachte ich, wo und wie der Ausdruck „Energie“ verwendet wird. Eigentümlicherweise wurde die naturwissenschaftliche Physik bis hin zur Thermodynamik von H. Helmholtz ohne „Energie“ entwickelt. Die Natur-Wissenschaft hat sich lange Zeit mit der Erfindung der Kraft (und des Feldes) begnügt. Die Beschleunigung eines Körpers „braucht“ Kraft nicht Energie. Und auch hier gilt natürlich, dass der Apfel vom Baum fällt, auch wenn ich keine Ahnung von Kraft habe.

Es war die Dampfmaschine, nicht die Natur, die (uns) zu Vorstellungen über Energie führte. N. Carnot stellte als einer der ersten „Betrachtungen über die bewegende Kraft des Feuers und die zur Entwicklung dieser Kraft geeigneten Maschinen“ an. Er ist in dieser Hinsicht einer der Erfinder einer „Energie, die Kraftmaschinen speist“. Die Dampfmaschine läuft natürlich auch ohne dass ich oder irgendein Betreiber etwas von Energie weiss. Aber jeder Anwender einer Dampfmaschine erkennt unmittelbar, dass die Dampfmaschine gefüttert werden muss, dass sie Kohle braucht. Jede Kraftmaschine braucht einen Kraftstoff – was ja ein ganz anderes Wort ist als Energie!

Wenn ich ein Wasserrad verwende, kann ich zunächst übersehen, dass ich auch das Wasserrad füttern muss, weil das Wasser einfach so vor sich hinfliesst. Mechanischenergierad ist anschaulich, wie das Wasser das Wasserrad antreibt. In seinen Betrachtungen der Dampfmaschine erkannte N. Carnot, was jeder sehen kann, nämlich dass ein Rad nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Kohle angetrieben werden kann, was mechanische einfach etwas umständlicher ist. Er erkannte, dass Kohle und fliessendes Wasser in Bezug auf das Antreiben eines Rades verglichen und gemessen werden kann. Das, was dabei in Joules gemessen wird, ist eine spezifische Wirkung, die sich als Leistung einer Kraftmaschine zeigt. Und wenn ich die Maschine nur als abstrakten Umwandler auffasse, messe ich die Wirkung des Kraftstoffes, mit welchem die Maschine antrieben wird.

Die Dampfmaschine fungiert als Leitmedium für das, was mit der Grösse „Energie“ gemessen wird. Durch die Dampfmaschine erscheint auch das Wasserrad als Kraftmaschine, obwohl es im Fluss scheinbar ohne Kraftstoff funktioniert. Jeder Fluss ist aber Teil eines Stromes, dessen Kreislauf durch die Sonne, also per Kraftstoff aufrecht erhalten wird. Die Sonne verbrennt und erzeugt Dampf, den wir mit dem Wasserrad kondensiert nutzen, genau wie die Kohle verbrennt, die die Dampfmaschine treibt.

Soweit ich sehen kann, brauche ich gar keine Energie, sondern Kraftstoffe, wenn ich Massen beschleunigen will, und Kraftstoffe brauchen ich nur dort, wo ich nicht sowieso ein Kraftfeld wie die Gravitation vorfinde. Die Sonne werde ich in einem der nächsten Beiträge noch etwas genauer betrachten, aber klar ist, dass sie als Kraftstoff so endlich ist wie jeder andere Kraftstoff. Zunächst beobachte ich die Energie als Ware

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Ein Gedanke zu „Die Notwendigkeit der „Energie“

  1. Pingback: Energie als Grösse | Gegenenergie

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