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Das EnergieFinanzierungsGesetz

Die Schweizer Regierung hat ein „Energie-Gesetz“ verabschiedet, dass mit Energie logischerweise sehr wenig zu tun hat und deshalb EnergieFinanzierungsGesetz heissen müsste. Lustigerweise haben rechtsbürgerliche Kräfte ein Referendum gegen die Vorlage eingebracht, während jeder auch nur halbwegs sozial denkende Mensch gegen diese Vorlage sein muss.

Das vermeintliche „Energie-Gesetz“ ist ein exemplarischer Fall für die Parteien-Demokratie, die mit Brexit, Hr. Trump und Frau LePen – in der Schweiz drch Hr. Blocher – rechtspolitisch unterlaufen wird.

Ich werde in diesem Blog ein paar Auszüge der Vorlage beobachten, wobei ich kategoriell immer „wer bezahlt“ im Kopf habe, weil ich in diesem Blog die einfache These vertrete, dass das Wort Energie im Kontext der politischen Ökonomie immer und ausschliesslich für Geld steht.

Ich beginne mit der Zielvorgabe, die von der Regierung unter den „wichtigsten“ an zweiter Stelle aufgeführt wird: Die Zielvorgabefür für den CO²Ausstoss von Fahrzeugen.

Ab 2021 dürfen neu importierte Personenwagen im Durchschnitt über die ganze Flotte nur noch 95 g CO²/km ausstossen (heute 130 g CO²/km), neu importierte Lieferwagen und leichte Sattelschlepper nur noch 147 g CO²/km.

Da ist von einer „Flotte“ die Rede, unterschieden werden Personenwagen, Lieferwagen und leichte Sattelschlepper. Diese Unterscheidung, die schwere Fahrtzeuge aussen vor lässt, ist gelinde gesagt eigenwillig, aber ich beobachte hier nur die Personenwagen. Personenwagen sind Autos, die dem Transport von ganz wenigen Personen dienen, man könnte sie als Singel und Familienwagen bezeichnen, um sie von Bussen, die auch Personen transportieren unterscheiden.mercedes2

Was aber soll „im Durchschnitt über die ganze Flotte“ heissen? Durchschnitt bedeutet, dass verschiedene Fahrzeuge beliebig vom Durchschnitt abweichen dürfen. Es dürfen also reiche Personen weiterhin sehr grosse Personen mit viel CO2-Ausstoss sein, wenn genügend arme Leute kleine Autos vom gleichen Hersteller kaufen. Und weil es Hersteller gibt, die nur Autos mit sehr grossen CO2-Ausstoss produzieren, können diese ihre Personenwagen in einer „Flotte“ verrechnen, die denselben Importeur haben. Die Bonzen-Mercedes verrechnen sich mit den Smarts, die auch als Mercedes gelten, die Porsche mit den kleinen VW, die Ferraris mit den Fiats 500. Und wenn die Flotte für richtig grosse Personenautos nicht genug hergibt, bezahlen die sehr reichen Personen eine sehr kleine Gebühr dafür, dass sie mit ihren Personenwagen weiterhin beliebig viel CO2 ausstossen.

Diese Gesetzgebung ist parteidemokratisch, sie wiederspricht meinem demokratischen Empfinden, aber sie wird in unserer „Demokratie“ durch eine Volksabstimmung eingeführt, oder?

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Wie viel Energie verbrauche ich?

Unabhängig von der physikalischen Tatsache, dass man Energie gar nicht verbrauchen kann, kann ich mich fragen, wie viel Energie ich eigentlich verbrauche. Die Frage ist dann eben eher physisch oder materiell als physikalisch  gemeint. Ich bekomme ja auch regelmässig Rechnungen für „Energie“, die ich verbraucht habe, und weiss dann  schon ungefähr, was gemeint ist, wenn ich diese Rechnungen bezahle. Ich bezahle unter vielen anderem Rechnungen für Benzin, Heizöl und Strom und denke dabei ohne viel zu denken an Energie. Ich könnte die Energiebeträge auf diesen Rechnungen addieren, aber ich weiss natürlich auch ohne viel zu denken, dass ich dabei nicht meinen gesameinsteinten „Energieverbrauch“ berechnen würde. Viel naheliegender scheint mir, dass ich einfach alle meine Ausgaben als Ausgaben für Energieverbrauch addiere, denn wofür sollte ich sonst Geld ausgeben, wo doch Einstein bewiesen hat, dass relativ alles nur Energie ist?

Ich will diese Vorstellung etwas entfalten, damit sichtbarer wird, was ich hier als Energieverbrauch bezeichne. Die Sonne, die mich wärmt, kostet mich nichts. Ich brauche also Energie, die ich hier nicht in Betracht ziehe, weil ich sie nicht ver-brauche, also weder von jemandem geliefert bekomme noch jemandem in dem Sinne entziehe, dass er sie nicht mehr selbst brauchen kann. Ich ziehe hier nur die „Energie“ in Betracht, die ich in dem Sinne verbrauche, als ich sie bezahlen muss, weil andere sie dann nicht mehr verbrauchen können. Heizöl, das ich verbrenne, kann nachher niemand mehr verbrennen.

Wenn ich alle Ausgaben als Ausgaben für Energieverbrauch unterstelle ich, dass alles, was ich für Waren bezahle die Energie bezahlt, die für die Herstellung der Ware verbraucht worden ist. Natürlich ist in jedem Warenpreis auch Mehrwert und Zinseszinsen enthalten, und bei vielen Waren bezahle ich Preise, die weit über dem Warenwert und  damit weit über der eingebrachten Energie liegen. Die invertierte Frage wäre dann, was ich bezahle, wo ich keinen Energiewert bezahle. Ich frage aber lieber umgekehrt, wie ich zu jenem Geld gekommen bin, dass ich für sogenannten Luxus ausgebe, der darin besteht, dass ich vermeintlich etwas anderes als Energie – also etwa ein Bild von Picasso – kaufe.

Wenn ich ein Auto oder einen Kühlschrank kaufe, bezahle ich eingelagerte Energie. In solchen Waren steckt neben  Zinseszins auch Material wie Eisen und Arbeitskraft, die durch Lohn vergütet wurde. Das Eisen und andere Materialien waren zuvor Waren, wie das Auto für mich eine Ware ist. Auch in diesen vorgängigen Waren steckt Material und Arbeitskraft. Das ursprüngliche Material, etwa das noch nicht entdeckte Eisenerz im Boden, ist nicht im Warenpreis enthalten, weil es wie die Sonne keinerlei verbrauchbare Energie repräsentiert. Die Arbeitskraft auf  allen Ebenen der Warenproduktion repräsentiert Lebensmittel, die ich als verbrauchte Energie bezeichne.

Im Moment, in welchem ich ein Ato kaufe, verbrauche ich die darin enthaltene Energie so wenig, wie wenn ich ein Fass Öl oder eine Batterie kaufe. Erst wenn ich die Ware konsumiere, verbrauche ich sie. Jede Energie, die ich noch nicht verbraucht habe, kann ich verkaufen, was nichts anderes heisst, als einem andern zum Verbrauch überlassen. Und wenn ich in eine Fabrikationsanlage für Autos investiere, gebe ich auch Geld aus für Energie, die ich nicht so rasch selbst verbrauche. Und schliesslich repräsentiert all mein Geld, das ich spare, Energie, die noch gelagert ist.

Ich schlage deshalb vor, meinen Energieverbrauch nicht am ausgegebenen Geld zu messen, sondern am eingenommenen. Je mehr ich verdiene, umso mehr Energie verbrauche ich, weil ich das Einkommen über kurz oder lang ausgeben werde – und es nur für Energie ausgeben kann.

Ich lese hin und wieder, dass die US-Amerikaner und die Europäer viel mehr Energie verbrauchen als die Chinesen oder die Afrikaner. Oft wird dabei mit dem nationalen Öl-, Kohle- und Stromverbrauch argumentiert. Ich halte das für Unsinn. Ich schlage vor, den Energieverbrauch auf die einzelne Person zu beziehen und versichere, dass es ganz viele Afrikaner und Chinesen gibt, die hundert Mal mehr Energie verbrauchen als ich – und das, obwohl ich wohl locker zehnmal soviel Energie verbrauche wie die meisten Afrikaner und Chinesen.

Natürliche Energie

Energie ist als Ware ein begrenztes Gut, obwohl unendlich viel Energie vorhanden ist und Energie nicht verbraucht werden kann. Die Begrenzung des Gutes hat nichts mit der Energie selbst zu tun, sondern damit, dass ich die Energie in einer je bestimmten Form an einem je bestimmten Ort brauchbenzinzaphsaeulee. Wenn ich mit meinem Auto am Sonntag morgen durch die Stadt fahre, brauche ich die Energie am Sonntag in der Stadt , und weil mein Auto Benzin braucht, brauche ich die Energie in Form von Benzin. Bevor das Benzin, das ich beim Fahren verbrauche und vernichte, im Warentausch gegen Geld in den Tank meines Autos fliesst, fliesst es vielleicht in der Wüste Libyens durch den Boden und im Wallis durch eine Raffinerie und durch eine Zapfsäule in der Umgebung von Zürich. Dafür, dass Energie in meinen Benzintank kommt, verbrauche ich sehr viel Energie.

An der Zapfsäule hat das Benzin seinen Warenpreis, den ich in zwei verschiedenen Hinsichten als Preis von Energie bezeichnen kann. Ich kann mir einbilden, ich würde Erdöl kaufen, also etwas, was zuvor ein Stück Natur im Boden von Afrika war. Ich könnte meinen, ich könne Natur kaufen . Ich kann mir aber auch vorstellen, dass ich eine Dienstleistung kaufe, die darin besteht, das Erdöl von Afrika in Benzin zu verwandeln und in meinen Benzintank zu transportieren. Dann würde ich eine immense Arbeit von Menschen kaufen, in welcher diese Menschen sehr viel Energie verbraucht haben.Mir ist die sogenannte Solarenergie so sympathisch, weil ich noch keinen Augenblick gemeint habe, dass ich für die Wärme der Sonne auch nur einen einzigen Rappen hätte bezahlen müssen. Und Erdölenergie mag ich nicht, aber nicht wegen dem CO2, wofür ich auch im Benzinpreis zusätzlich sehr hohe Steuern bezahlen muss, sondern weil mir immer ganz unklar bleibt, wofür genau ich den Preis bezahle, wenn ich Erdöl kaufe.

Energie als Wertform

geldWenn ich Energie verbrauche, verbrauche ich etwas, was ich auch in Form von Geld ausdrücken kann. Entsprechend verkürzt kann ich deshalb sagen, dass ich Geld ausgebe, wenn ich Energie verbrauche. Wenn ich beispielsweise mit meinen Auto unterwegs bin und mithin Bezin verbrauche, kann ich anstelle von Benzin von Energie sprechen und die Kosten für das Benzin – in commonsensemässiger Abstraktion  – als Energiekosten bezeichnen. Wenn ich 100 Kilometer weit gefahren bin, habe ich dann in dieser Redeweise etwa 12 Franken für Energie ausgegeben. Deshalb erscheint mir diese Energie, bevor ich sie ausgebe als Guthaben im Tank, das 12 Franken entspricht. Unter gegebenen Umständen – wenn beispielsweise jemand eine Benzinpanne hat – kann ich dieses Benzin ja sogar für 12 Franken verkaufen.

Eigentlich bezahle ich mit den 12 Franken Benzin. Dann habe ich die 12 Franken nicht mehr, aber dafür habe ich das Benzin. Ich verbrauche das Benzin. Die 12 Franken verbrauche ich nicht, die hat jetzt ein anderer, der Tankstellenbesitzer, bis er sie wieder weitergibt. Und Energie kann eigentlich auch nicht verbraucht werden, das widerspräche der Physik. Und eigentlich brauche ich den Ausdruck Energie hier gar nicht. Warum also wird in solchen Zusammenhängen überhaupt von Energie gesprochen? Und warum soll beispielsweise Energie anstelle von Geld gespart werden?

Energie fungiert als abstraktes Geld. Ich verbrauche Benzin oder Kohle oder Strom, und ich kann das immer auch in Form von Geld ausdrücken. In Geldform habe ich nur eine Einheit und kann die verschiedenen konkreten Energieträger preis-quantitativ vergleichen. Eine ähnliche Funktion erfüllt auch die Abstraktion „Energie“, ich kann Holz und Öl in Joules vergleichen. Geld ist aber nicht nur etwas Gedankliches, Geld habe ich mit meinen Händen fassbar in meinen Portemonnaie. Energie dagegen gibt es nur in den Gedanken, und ich kenne ausser Einstein auch niemanden, der dazu klare Gedanken hätte. Aber im Commonsense der Alltagssprache weiss ich natürlich, dass Energie eine Art Devise bezeichnet, also eine Wertform neben dem eigentlichen Geld, die zum Geld in einem etwas komplizierten Verhältnis steht.

In der Schweiz haben wir Franken als eigentliches Geld und beispielsweise Dollars und Euros als – etwas lax gesprochen – Devisen, also als andere Geldsorten. Andere Geldsorten haben relativ zum Franken verschiedene Werte und deren Werte verändern sich verschieden. Genauso ist es auch mit der Energie. Der Preis schwankt und verschiedene Formen der Energie verändern ihren Preis mehr oder weniger – aber eher weniger unabhängig von einander. Der Markt schaut als unsichtbare Hand mit spekulativen Verzögerungen dazu, dass die Energie energieformunabhängig etwa gleich viel kostet, wobei natürlich das jeweilige Speicherbehältnis einen sehr grossen Einfluss auf den Preis hat. Strom aus der Steckdose kostet sehr viel weniger als Strom aus der Batterie, was aber mit der Herstellung und den eigentlichen Kosten von Strom nichts zu tun hat.

Energie ist in dem Sinne kein Geld, als ich gemeinhin nicht mit Energie bezahle oder bezahlen kann. Energie ist nur in dem Sinne Geld, als ich sie wie Geld ausgeben oder sparen kann. Energie ist aber in einem ganz anderen Sinn ein Äquivalent zu Geld, als ich genaugenommen Geld – von einer einzigen Aussnahme abgesehen – ausschliesslich für Energie ausgeben kann. Egal, was ich kaufe, ich bezahle immer die Energie, die in die Ware gesteckt wurde. Die einzige Ausnahme betrifft das Geld selbst, soweit es Zins repräsentiert. Alles, was ich mit Geld bezahle, hat einen Geldwert, in welchem Zinsen verrechnet sind.

Ich kenne zwei wesentliche Einwände gegen meine Vorstellung, wonach ich ausschliesslich Energie bezahle, die sprachkritisch beide darauf beruhen, dass der Ausdruck „Energie“ im umgangssprachlichen Sinn sehr beliebig verwendet wird. Zum einen  wird der Ausdruck Energie oft nur für Kraftstoffe verwendet, die Mechanismen antreiben. Erdöl ist dann eine Energie, weil es Heizungen und Autos unterhält, während Brot keine Energie darstellt, weil es einen Organismus  unterhält. Wenn ich beispielsweise den Lift benutzte, rechnen mir viele Leute vor, dass ich Energie verschwende, aber sie lassen ausser Acht, dass ich beim Treppensteigen noch mehr Energie brauchen würde, weil ich dazu ja mehr essen müsste, eben beispielsweise Brot. Das heisst, meine Kritiker verwenden den Ausdruck Energie ziemlich eingeschränkter als ich ihn hier verwende. Für mich ist alles, was ich in Joule oder kcal messen kann, Energie. Genau deshalb fahre ich im Lift.

Zum anderen wird oft gesagt, dass neben Energie auch Materie und Information bezahlt werde. Natürlich ist dabei Materie und Information auch umgangssprachlich gemeint. Information heisst dann wohl ungefähr das, was in den Zeitungen steht, die ich für Geld kaufe. Wenn ich eine Zeitung kaufe, bezahle ich natürlich auch das Material, also das bedruckte Papier, aber ein – von Kapitalzinsen abgesehen – wesentlicher Teil des Geldes geht wohl an die Reproduktionskosten der Mitarbeiter des Zeitungsverlages. Es ist mithin Bezahlung der Energie, die diese Organismen unterhält. Information im begrifflichen Sinn etwa der Kommunikationstheorie ist ja nichts anderes als Energie, die zwischen Sendern und Empfängern fliesst.

Von Materie sagte Einstein, sie sei Energie. Aber umgangssprachlich ist wohl nicht das gemeint, sondern eher die Vorstellung, dass wenn ich Stück Gold kaufe, ich für das Gold als Material bezahlen müsse. Aber Gold bekommt seinen Wert nicht dadurch, dass es glänzt, sondern dadurch dass es wie Zeitungen auch durch Arbeit von Menschen, die dabei Energie verbrauchen, hervorgebracht wird.

Vielleicht gibt es noch andere Einwände? Sie sind mir zur Zeit einfach nicht bekannt. Ich werde später ein paar Konsequenzen formulieren …

2000-Watt-Gesellschaft

gegenenergieIn der energiepolitischen Propaganda ist seit einiger Zeit von einer “2000-Watt-Gesellschaft” die Rede, wenn es um das vermeintliche Energie sparen geht. Das trifft die Sache, um die es wirklich geht, paradoxerweise und ungewollt perfekt.

2000 Watt bezeichnet eine Leistung, also etwas ganz anderes als eine Energiemenge oder einen Energie”verbrauch”. Ich besitze einen Staubsauger mit einer Leistung von 2000 Watt. Er steht im Schrank und braucht überhaupt keine Energie. Wenn ich ihn benutze, dann verbraucht nicht er sondern ich elektrischen Strom. Je länger ich staubsauge, umso mehr Strom verbrauche ich. Da ich den Strom, der nicht aus meiner Solarzelle kommt, bezahlen muss, muss die Menge des Stroms gemessen werden. Wenn ich mit meinem Staubsauger eine Stunde lang mit maximaler Leistung staubsauge, brauche ich 2 Kilowattstunden Strom oder etwa 40 Rappen.

In der 2000-Watt-Gesellschaft dürfte ich wohl meinen Staubsauger das ganze Jahr auf Volllast betreiben, wenn ich sonst keine Energie verbrauchen würde. Ich würde dann pro Jahr, also in  8’760 Stunden etwa 17500 Kilowattstunden verbrauchen, was etwa einem Verbrauch von 1700 Liter Heizöl entspricht. Für diese Strommenge bezahle ich zur Zeit etwa 3400 Fr., während das Heizöl etwa 1700 Fr., also die Hälfte kostet. Nun kann man nicht gut von einer 17500-Kilowattstunden-Gesellschaft sprechen, weil diese Energiemenge pro Jahr verbraucht wird.

Die 2000-Watt-Gesellschaft ist natürlich eine 2000-Watt-Menschen-Gesellschaft, da ja jeder Menschen 2000 Watt zur Verfügung haben soll. Gemeint ist mit diesen 2000 Watt also nicht der Verbrauch einer Gesellschaft, sondern der Verbrauch der einzelnen Menschen, die zu dieser Gesellschaft gehören. Aber natürlich ist nicht gemeint, dass jeder Mensch höchstens 2000 Watt verbrauchen sollte. Gemeint ist, dass die Menschen im Durchschnitt 2000 Watt verbrauchen sollten. Wenn man den gängigen Statistiken glaubt, sind wir als sogenannte Weltgesellschaft eine 2000-Watt-Gesellschaft. Wir setzen uns mit 2000 Watt also ein Ziel, dass wir in einer inversen Form schon erreicht haben. In der Propaganda scheinen wir weit mehr Energie zu verbrauchen, so dass die 2000 Watt ein Ziel darstellen, dass wir durch Einsparungen erreichen sollten. Die 2000 Watt sind aber ein Ziel, das wir erst kürzlich erreicht haben, weil es uns davor noch gar nicht gelungen ist, soviel Energie zu verbrauchen.

Wenn man nicht die Weltgesellschaft, sondern das andere Extrem, nämlich Ein-Mensch-Gesellschaften beobachtet, gibt es Miliarden von Gesellschaften, die das 2000 Watt-Ziel noch bei Weitem nicht erreichen. Und es gibt auch nicht ganz wenige solche Kleinst-Gesellschaften, die schon das Ziel 2000 Kilowatt, also 2000000 Watt erreicht haben.

Energie sparen

Unsere Autos brauchen nur noch 3 Liter Benzin und unsere Häuser haben einen Minimumenergiestandard, aber wir brauchen jedes Jahr mehr Energie. Warum?

Ich will die Warum-Frage nicht beantworten, sondern kritisch beobachten.

Wo von Energieverbrauch die Rede ist, wird Energie meistens als Ware gesehen. Dabei tritt die Ware in den üblichen Formen als Material oder als Dienstleistung auf. Ich kann beispielsweise Kohle oder Öl kaufen und abstrakt sagen, ich habe Energie gekauft. Gekauft habe ich aber natürlich nicht Energie, sondern Kohle oder Öl, also eine gewöhnliche Ware mit einem anfassbaren Warenkörper, der als “Energieträger” fungiert. Ich kann mit elektrischem Strom aus der Steckdose mein Haus beleuchten und heizen. Dann muss ich den Strom bezahlen und kann sagen, ich habe Energie gekauft. Gekauft habe ich aber eine Dienstleistung, die darin besteht, dass jemand einen Generator betreibt und mein Haus in seinen “Energiekreis” als Verbraucher eingebunden hat.

In allen Fällen ist die “Energie”-Ware in Bezug auf die physikalische Grösse in Joule quantifizierbar, ich bezahle aber natürlich nicht die Joules, sondern den Tauschwert der Ware. Es spielt keine Rolle, ob ich mein Heizöl in Kilogramm oder in Kilojoules messe, es kostet gleichviel Geld.

Wenn ich also “Energie” spare, spare ich Geld. Wenn ich Geld spare, muss ich das Geld anders ausgeben, wenn ich es nicht vergraben will. Wenn ich das Geld anders ausgebe, bezahle ich damit wieder “Energie”, denn wofür sonst könnte ich Geld ausgeben?

Man hat mir empfohlen Sonnenkollektoren zu kaufen. Sie müssen hergestellt werden, was Energie kostet. Dann aber gewinne ich Energie, im besten Fall mindestens soviel, wie die Herstellung der Kollektoren verbraucht hat. Jetzt habe ich noch mehr Energie. Gemeinhin sagen wir dieser Geldverwendung Investition, es ist aufgeschobene Konsumation. Weil ich dann diese Energie habe, brauche ich noch weniger von einer anderen Energie, wodurch ich wieder Geld spare.

Ich kann keine Energie sparen, ich spare immer Geld. Man hat mir empfohlen, mein Geld auf die Bank zu bringen, damit andere es zur Verfügung haben. Aber wofür werden sie mein Geld ausgeben, wenn nicht für “Energie”. Ich müsste das gesparte Geld vergraben. Autos mit modernen Motoren und Häuser mit guten Isolationen sparen keine Energie. Aber eigentlich ist ja klar, dass ein Auto oder ein Haus nicht sparen kann. Sparen könnte nur der Besitzer des Autos oder Hauses. Aber wie?

Wenn jeder einzelne keine Energie sparen kann, kann auch die Gesellschaft keine Energie sparen.

Gut, wechseln wir das Thema. Ich kann bestimmte “Energie” sparen und dafür andere Energie ausgeben. Jetzt geht es nicht mehr ums Sparen von Energie überhaupt, sondern darum, welche Energie ich verwende. Dazu haben wir ein paar neue Unterscheidungen gefunden. Es gibt jetzt “erneuerbare” Energie. Und es gibt jetzt “saubere” Energie. Ich kann mich jetzt also auf moralisch gute Energie konzentrieren. Die Bösen geben schlechte Energien aus.

Was spare ich, wenn ich die die sogenannte Sonnen-Energie von meinem eigenen Hausdach spare? Ich will mein Hausdach zuerst mal ausklammern, dann scheint die Sonne nutzlos einfach so vor sich hin. Die Energie fliesst dann wie das Wasser in einem naturbelassenen Bach einfach den Bach hinunter. Das erscheint als totale Verschwendung von Energie, aber natürlich nur dem, der Energie jenseits einer Ware sieht. Wenn die Sonne durch meine Dachkollektoren fliesst, wird sie deshalb noch nicht zu einer Ware. Sie fliesst also weiterhin “den Bach hinunter”, nun aber fliesst sie in meinem Bach, in den ich investiert habe, damit ich keine andere Energie kaufen muss, also Geld sparen kann.

Natürlich könnte ich meine Sonnenenergie verkaufen. Dann wird sie zur Ware. Ich bin sie dann los, habe aber dafür noch mehr Geld, das ich ausgeben oder vergraben muss. Ich lasse diesen Fall aber mal so stehen. Wenn ich meine Sonnenergie nicht verkaufe, kann ich andere Energie sparen. Dabei spare ich wieder Geld …

Wer kann mir da helfen?

Energie als Ware

Früher war Energie ein physikalisches oder technisches Thema, seit dem sogenannten Ölschock von 1973 ist Energie ein ein „grün-ökonomisches“ Thema geworden. Auch Physiker und Techniker, die in fachbezogen mittlerweile gut wissen, was sie als Energie bezeichnen, verwenden den Ausdruck im Alltag ganz „grün“, also ganz und gar unabhängig davon, was er ihnen innerhalb ihrer Disziplin bedeutet.

Im Alltag wird Energie verbraucht und vor allem verkauft. Im Alltag ist Energie ein anderes Wort für Geld. Unser lokaler Energielieferant, die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich bringen die Sache in ihrer marktorientierten Werbung auf den Punkt: „Energie sparen heisst Geld sparen“.

Wenn Energie nur ein anderes Wort für Geld wäre, würde es keine Rolle spielen, ob ich von Energie oder von Geld spreche. Im politischen Diskurs spielt es aber offensichtlich eine sehr grosse Rolle, im politischen Diskurs ist wichtig, dass von Energie und gerade nicht von Geld gesprochen wird. Es geht dort nicht ums Geld sparen, sondern ums Energie sparen. Suggeriert wird im grün-ökonomischen Diskurs, dass Energie nicht unbeschränkt zur Verfügung stehe, dass man also mit Energie sorgfältig umgehen müsse, sogar so sorgenvoll, dass man mehr Geld dafür ausgeben sollte, als der Markt es verlangen würde. Ich werde beispielsweise angehalten, für Energie beachtlich mehr zu bezahlen, und so beizutragen, dass die Energie grüner produziert werden könne. Dabei geht es offensichtlich nicht darum, Energie zu sparen, sondern darum mehr Geld auszugeben, obwohl Energie zunächst – und in der Werbung – ein anderes Wort für Geld ist.

Die scheinbare Paradoxie löst sich schnell auf. Solche Energie ist eine Ware, die via Werbung Abnehmer sucht, weil sie wie jede Ware Geld werden will. Die AKW-Betreiber verkaufen mir ihren nicht so grünen Strom mit einem tieferen Preis, die Solartechnikproduzenten verkaufen mir denselben Strom mit grünen Argumenten. Beide wären gleichermassen und zusammen sehr enttäuscht, wenn ich Strom sparen würde.

Energie ist aber natürlich nicht nur Strom, Strom ist nur die aufwendigste Form von Energie. In der Geldanalogie entspricht elektrischer Strom sozusagen Goldmünzen, Erdöl vielleicht dem Papiergeld und die Sonne, die mich wärmt, einem Girokonto. Goldmünzen herstellen ist teurer als Einträge in einem Konto zu machen. Deshalb streiten die Stromproduzenten nicht nur miteinander, sondern auch mit Öl- und Gasproduzenten um die Gunst der Kunden und um die Gunst von Subventionen. Von den Kunden wollen sie – tautologischerweise – keine Energie sondern Geld – und in einer perfiden Hinsicht möchten die Energieproduzenten natürlich in dem Sinne „sparsame“ Kunden, als sie für das bezahlte Geld möglichst wenig „Energie“ beziehen sollten.

Das Ansinnen, Energie zu sparen, das nur in einer perfiden Art von Produzenten wie der Opec kommen kann, entspricht einem Aufruf eine bestimmte Ware zu boykottieren – wobei die Warenbezeichnung „Energie“ gut verschleiert, wer welche Ware nicht kaufen und ausgeben sollte.

Ich werde im nächsten Beitrag auf das Energiesparen zurückkommen.